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netzwerk
nahtoderfahrung e.V.

Borgheeserweg 90
46446 Emmerich a.R.

Tel: 49 (0) 2822 3375

email:
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German Friends of the International Association for Near-Death Studies (IANDS) - gegr. 2004

Nahtoderfahrung und Transzendenz - persönliche Berichte

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Vorbemerkung

Viele Menschen mit einer Nahtoderfahrung oder einem Nahtoderlebnis scheuen sich, darüber selbst in ihrer engsten Umgebung zu berichten. Häufig steht dabei die Befürchtung im Raum, als psychisch krank angesehen zu werden. Erst nach Jahren teilen viele Betroffene - häufig im Familienkreis oder in geschützter Umgebung - diese individuelle Grenzerfahrung mit.

Wir freuen uns, wenn Sie uns über ihre Erfahrungen berichten, sei es, um im Gespräch mit uns nach Bedeutung und innerer Bewältigung des Erlebten zu suchen, sei es, dass Sie uns helfen möchten, ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über NTE zu gewinnen. Auf Wunsch gehen wir vertraulich mit dem um, was Sie uns erzählen. Sie können ein E-Mail an das Netzwerk oder an Prof. Ewald schicken oder zu einem - offenen oder “abgeschirmten” - Treffen fahren (Kontakte siehe unter NTE-Gruppen).

Sie finden weitere 31 Berichte in dem Buch von Prof. Dr. G. Ewald: “Nahtoderfahrungen - Hinweise auf ein Leben nach dem Tod?” sowie in dem Buch von Serwaty/Nicolay: “Nahtod und Transzendenz - Eine Annäherung aus Wissenschaft und Erfahrung”

Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert. Die neue Webpräsenz des N.NTE finden Sie unter
www.netzwerk-nahtoderfahrung.org


Ausserkörperliche Erfahrung

Lichterlebnis und Lebensrückblick

Transzendenzerfahrung

Die Engel hatten keine Zeit für Mara


Seelenvogel

Ausserkörper-Erfahrung
Bericht und naturphilosophische Reflexionen
eines Betroffenen

Seelenvogel - Bericht des Ani

Mein Nahtoderlebnis liegt nun 15 Jahre zurück. Ich war 43 Jahre alt. Ich musste mich damals nahezu von heute auf morgen einer Bypass-Operation unterziehen. Ich habe Familie, drei Kinder. Ich stand zu diesem Zeitpunkt mitten im Berufsleben und hatte eine herausfordernde Aufgabe. Dies war natürlich ein Schock, für mich und auch für die Familie. Zwei Monate nach der Operation und einer Rehabilitation war ich wieder im Dienst. Ich wollte mir beweisen, dass ich noch leistungsfähig bin und meinen Mann stehe, in meinem Beruf als Offizier, als Familienvater, als Ehemann.

Das Nahtoderlebnis trat jedoch nicht während der Bypass-Operation ein. Einige Monate nach der Operation musste ich mich erneut einem Eingriff am Herzen unterziehen, einer weiteren Herzkatheter-Untersuchung mit Ballondilatation. Die Abläufe waren mir vertraut; der Eingriff erfolgte nur bei örtlicher Betäubung der Einführstelle des Katheters in der Leiste. Ich betrachtete diesen Eingriff als Routineuntersuchung in der Erwartung auf ein wenig dramatisches Ergebnis. Ich hatte deshalb auch keine besonderen Vorkehrungen getroffen, sondern fuhr morgens in das Klinikum in W. in der Vorstellung, spätestens nach vier Tagen wieder entlassen zu sein. Freitags hatte ich ein wichtiges berufliches Vorhaben eingeplant. Ich vertraute auf die Ärzte und deren Professionalität.  

Nach Vorbereitung begann der Eingriff routinemäßig am späten Nachmittag. Ich war voll bei Bewusstsein, verfolgte das Geschehen am Monitor und konnte mich mit dem medizinischen Personal, das den Eingriff durchführte, austauschen. Allerdings war mein Gesichtsfeld durch ein grünes Tuch, dass in Höhe meines Brustkorbes aufgespannt war, sehr eingeschränkt.

Völlig unerwartet verspürte ich während des Eingriffes jedoch eine bleierne Müdigkeit. Zunächst wehrte ich mich dagegen, ich wollte ja alles mitbekommen. Ich vermutete zunächst, dass die Ärzte mir ein Schlafmittel oder eine leichte Narkose verabreicht hätten, konnte mir dies aber nicht erklären. Ich verspürte keine Schmerzen. Dann kamen Befürchtungen auf, nun ist beim Eingriff doch etwas schief gelaufen.

Plötzlich verspürte ich mich außerhalb meines Körpers. Ich schwebte halbhoch im Operationssaal. Wie in einer Beobachterrolle verfolgte ich seltsam unbeteiligt, was mit meinen Körper dort unten passierte. Da war zunächst eine große Verwirrung in mir, da ich nicht wusste, was dies alles bedeutete. Dann ein Gefühl der Ruhe, des Friedens, ja des Glücks. Ich verspürte kein Bedürfnis, in meinen Körper zurückzukehren. Dennoch geschah dies wiederum sehr unerwartet, aber mit dem Gefühl einer großen Kraftanstrengung und ich nahm die Realität wieder so wahr, als wäre nichts geschehen. Mein Körper und mein Bewusstsein waren wiederum eins.

Kurze Zeit später dann erneut große Müdigkeit. Wiederum der Gedanke, dass irgendetwas beim Eingriff schief läuft. Wesentlich intensiver jetzt der Gedanke an Tod, an die Familie, von der ich nicht Abschied genommen hatte, bzw. Abschied nehmen konnte. Was soll nun werden? Etwas makaber begann diese zweite Außerkörpererfahrung: Ich stellte mir mein eigenes Begräbnis vor. Und in diesen Gedanken hinein wiederum der Ausstieg aus meinem Körper. Ich schwebte plötzlich über der eigenen Begräbnisszene. Ich habe dieses Detail später in Berichten einfach weggelassen, weil es mir einfach so unglaublich irreal erschien.

Beim Ausstieg aus meinen Körper hatte ich den Eindruck, den Körper wie einen Mantel abzulegen. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Es hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Dieses Ablegen des „alten“, irdischen Körpers war ungeheuer befreiend. Danach war ich nicht körperlos, es war ein anderer Körper, ein geistiger Körper, die Schwere des irdischen Körpers hatte ich zurückgelassen. Zunächst auch in diesem Zustand große Verwirrung: Die Gedanken schossen mir so durch den „Kopf“. Aber es war nicht der physische Kopf, der sich mit meinem Körper ja noch auf dem Operationstisch befand. „Bist du schon tot oder was ist dies für ein Zustand?“ „Wenn dieser Bewusstseinszustand einfach so verschwindet, ist das dann der Tod?“ Dieser Zweifel wich dann aber der festen Überzeugung, dass ich weiterlebe, in welcher Form auch immer. Auch jetzt wieder dieses Gefühl der Ruhe, des In-sich-Ruhens, des Friedens. Es gab kurze Augenblicke des Gefühls, dass sich alle Probleme, Fragen, Gegensätze einfach auflösen, dass ich einfach alles verstehe, eine Art „Allwissen“ habe. Leider habe ich davon nichts behalten. Es gab aber auch fast lustige Momente: plötzlich wurde mein Schweben unstabil und es bestand die Gefahr, einfach durch die Wand zu entschwinden. Ich war regelrecht neugierig, was noch alles passieren würde. In diesem Zustand wurde meine Aufmerksamkeit auf ein Detail eines medizinischen Gerätes, nämlich eine Art Typenschild, gerichtet, das sich mir einprägte. Warum dies so interessant war, vermag ich nicht zu sagen.

Die Rückkehr in den eigenen Körper war diesmal mit einer noch größeren Kraftanstrengung verbunden als das erstemal. Ich nahm dann wiederum wahr, wie ein Druckverband angelegt wurde. Unmittelbar danach war der Eingriff beendet. Ich wurde zur Beobachtung in einen anderen Raum gebracht und später auf mein Zimmer. Ich fühlte mich wohl, nahm ein Getränk zu mir und begann zu lesen. Zwischendurch gelegentlich der Gedanke an dieses Erlebnis, was ich nicht einordnen konnte. Es wurde jedoch verdrängt durch den Eindruck und die Erwartung, dass der Eingriff erfolgreich gewesen war. Am Abend dann der Besuch des Arztes, der mir dies bestätigte. Er erwähnte aber nebenbei, dass es zweimal Komplikationen während des Eingriffs gegeben habe, nämlich zweimaliges Herzkammerflimmern. Jetzt erinnerte ich mich wiederum bewusst dieses Erlebnisses. Ich schilderte dem Arzt dies kurz, nannte ihm auch Einzelheiten des Schildes an dem Gerät, dass ich in diesem Zustand gesehen hatte. Ich wollte nur eine kurze Erklärung, vielleicht: Ja, wir kennen dieses Phänomen, es ist so und so zu erklären. Der Arzt reagierte aber nicht darauf. Später ließ er mir jedoch durch eine Schwester bestätigen, dass meine Beobachtung richtig gewesen sei. Die Schwester bestätigte mir wiederum, dass es unmöglich für den Patienten sei, dieses Schild zu sehen. Dabei blieb es.

Vielleicht sollte man dies zunächst einmal so stehen lassen. Jeder Versuch eines Betroffenen, dies Erlebnis zu erklären, gerät leicht in die Gefahr, es zu zerreden. Erlauben Sie mir dennoch einige Anmerkungen.

Ich bin also Betroffener - ein Leben lang. Das Wort „Betroffener“ (oder „Experiencer“ im Englischen) schließt ein: man ist Objekt, nicht Subjekt, nicht selbst Handelnder. Es geschieht einfach etwas mit dir; im Erlebnis selbst, aber auch später: man wird neugierig befragt, interviewt, belächelt, vereinnahmt, wenn man sich nicht wehrt, man wird ernst genommen, oder auch nicht. Leider gibt es keinen besseren Namen. Ich habe dieses Erlebnis lange Zeit für mich behalten. Warum sollte ich auch darüber sprechen: Es kann dies ein Außenstehender ja sowieso nicht verstehen. Also unnütze Zeitverschwendung. Aber immer wieder kam der Wunsch auf, sich damit zu beschäftigen und eine rationale Erklärung dafür zu finden. Dann irgendwann Gespräche in der Familie. Meine Frau und die jüngeren Kindern (damals ca. 15 und 16 Jahre alt) finden es interessant, können damit aber nichts anfangen. Jedoch nächtelange Gespräche darüber mit der ältesten Tochter (damals ca. 27 Jahre, verheiratet und nicht mehr zu Hause). Irgendwann durch Zufall der Kontakt mit Prof. Ewald in der Erwartung, eine wissenschaftlich fundierte Erklärung dafür zu finden. Gegenüber esoterischen Deutungsversuchen war und bin ich immer noch allergisch. Ich bin an den natur- und geisteswissenschaftlichen Erklärungs- und Deutungsversuchen interessiert, aber zunehmend auch an der spirituellen Dimension des Erlebnisses.

Für mich ist ein Nahtoderlebnis heute eine tief in uns verwurzelte (vielleicht genetisch verankerte) Ahnung einer anderen Wirklichkeit, eine Ahnung des Urgrundes, aus dem wir kommen und in den wir zurückkehren. Diese Ahnung findet ihren Glauben in unserer religiösen Überzeugung, sie findet ihre Indizien in wissenschaftlichen Erkenntnissen, wenn wir diesen offen und ideologiefrei gegenüber stehen und sie findet ihre Darstellung in Bildern des Unbewussten, die sich in transzendierten Vorstellungen unserer täglichen, realen, materiellen Erlebniswelt manifestieren. Ein letztes Geheimnis wird immer dabei bleiben.

Aus meiner Sicht steckt in diesen Erfahrungen eine ungeheure Sprengkraft. Diese Sprengkraft sehe ich auf drei Ebenen:

  • In der Neurobiologie: Wenn es gelänge, auch nur in einem einzigen Fall extrasensorische Wahrnehmungen bei OBEs zu beweisen, hätte die Neurobiologie mit ihren Theorien ein erhebliches Problem.
  • Die Sprengkraft für die Theologie bestünde darin, dass vielleicht ein völlig neues oder zumindest verändertes Gottes- und Religionsbild am Horizont aufleuchten würde.
  • Die dritte Ebene ist die der Betroffenen. Darauf will ich jetzt noch eingehen. 

Was hat diese Grenzerfahrung nun bei mir bewirkt? Ganz konkret: Zunächst einmal die feste Überzeugung, dass es eine Realität gibt, die weit über das hinausgeht, was wir mit unseren Sinnen und vielleicht auch mit den heutigen Methoden der Wissenschaft erklären können, eine Realität, die christlichen Glaubensvorstellungen sehr nahe kommt. Es ist für mich kein „Beweis“ für das Jenseits im wissenschaftlichen Sinne. Es findet im Diesseits statt, aber es ist ein Programm, das an der Schwelle zwischen Leben und Tod abläuft. Dennoch hat es zu einer inneren und äußeren Wiederannäherung an meine Kirche geführt. Es hat mich zu meinem Engagement im Netzwerk Nahtoderfahrung und der Gründung dieses Netzwerkes gebracht. Es dazu geführt, dass ich stärker in der Lage bin, Emotionalität und Spiritualität zu akzeptieren. Dennoch möchte ich mir eine vorsichtig kritische Einstellung insbesondere in der Deutung dieses Erlebnisses bewahren.

Dieses Erlebnis wirkt nach, es schwingt nach; in unterschiedlicher Stärke, mal nicht spürbar, mal stärker spürbar. Es stellt das Leben auf den Kopf, vielleicht nicht so sehr das äußere Leben, vielmehr das Seelenleben. Es stellt Fragen, verunsichert und dennoch vermittelt es zugleich ein Gefühl der Gelassenheit gegenüber dem was kommt. Und diese Schwingung hört erst im Tode auf, vielleicht wirkt sie aber auch darüber hinaus.

Eines ist für mich unbestreitbar: Es ist weniger ein Nah-Todeserlebnis, es ist vielmehr eine äußerst intensive Lebenserfahrung, wo immer dieses Leben auch stattfinden mag; eine intensive Lebenserfahrung, die Mut zum Leben macht - vielleicht auch angesichts des eigenen physischen Todes. Die Beschäftigung mit den letzten, oder eher vorletzten Dingen, ist spannend und macht das Leben noch lebens- und liebenswürdiger (S.M.). Aber das Paradies kann warten. Die Ewigkeit dauert noch lange genug.   A.S.


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Lichterlebnis und Lebensrückblick

“Nahtodeserfahrungen” sind nicht notwendigerweise an physische oder psychische Todesnähe gebunden. Sie können auch völlig “spontan” auftreten. Insofern mag der Begriff “Nahtodeserfahrung” durchaus irreführend sein. NTE zeigen viele Vergleichbarkeiten mit mystischen, transzendenten Erfahrungen. Die beiden nachfolgenden Berichte sind dafür Beleg.

Mein Name ist I.D. ich bin Jahrgang 1944, Arzthelferin und Verwaltungsangestellte gewesen, jetzt aber nicht mehr im Beruf. Ich bin verheiratet, habe zwei Töchter und wohne im Rheinland in der Nähe von Düsseldorf. Ich möchte Ihnen mein Erlebnis erzählen, das ein wenig anders beginnt, als die meisten Nahtodererlebnisse.

Es war ungefähr 1977, liegt als schon lange zurück. Meine Kinder waren damals noch klein und wie es dann so ist, hatte ich eine unruhige Nacht hinter mir. Deshalb war ich morgens noch einmal kurz eingeschlafen. Ich träumte irgend etwas, an das ich mich heute nicht mehr erinnere. Aus diesem Traumgeschehen heraus - ohne Übergang - fand ich mich in einer Röhre wieder, in der ich leicht aufwärts glitt. Sie war nicht beängstigend eng; meine Ellenbogen hätten die Wände nicht berührt. Sie war auch nicht dunkel, es herrschte ein angenehmes Dämmerlicht. Ich glitt - oder besser schwebte - eine Weile nach oben, ohne Angst und ganz gelassen. Nach einer Weile wurde es vor mir heller und heller.

Es fällt mir schwer, für das, was ich jetzt schildern will, die richtigen Worte zu finden. Ich denke, Worte sind für das, was jetzt kam nicht genug.

Ich schwebte heraus aus diesem Tunnel und sah mich einem Licht, einer Helligkeit, einer strahlenden Wolke - etwas Unbeschreiblichem gegenüber. Es stand oder es war in ungefähr 4 bis 5 Metern vor mir in einer angenehmen Dunkelheit. Es war kein eigentlicher Raum zu erkennen, auch keine Farben, nur dieses intensive Leuchten. Diese Helligkeit war keine Person oder eine erkennbare Lichtquelle. Mir strahlte sanft die absolute Liebe entgegen, das was man sich immer wünscht; ein warmes Leuchten, ein liebevolles Warten auf mich, etwas was mich gleich aufnehmen würde und in dem ich voller Glück aufgehen würde.

An ein “ Danach habe ich in dem Moment keine Gedanken verschwendet. Heute, nach vielen Überlegungen und anderen Erfahrungen, meine ich, daß es sehr wohl ein Danach geben kann, aber in einer Form, die wieder jenseits aller Worte und Vorstellungen sein wird, aber nur gut und gütig sein kann. Alles in mir war nur darauf gerichtet, in dieses Licht hinein zuschweben, sich darin aufzulösen - so empfand ich es. Eingehen in diese innige Geborgenheit. Soweit ich noch denken konnte, dachte ich nur “Dies ist es , auf das ich überhaupt hingelebt habe und nun bin ich angekommen. Diese Hineinstreben-Wollen war so stark und intensiv, wie ich im Leben nie etwas empfunden habe.Aber vorher geschah noch etwas mit mir: Ich näherte mich immer mehr dem Licht, es war gar nicht weit vor mir, da sah ich mein ganzes Leben in bewegten Bildern, lauter einzelne Szenen. Es war kein Ablauf wie in einem Film - Bild für Bild - sondern alles geschah gleichzeitig um mich herum; ich befand mich wie in einer Kugelförmigen Wolke aus diesen wimmelnden Bildern bekannter Menschen und Geschehnisse. Ich begriff auch gleichzeitig alle Bilder und Handlungen auf einmal und das erstaunte mich gar nicht, es war selbstverständlich und vor allem - es interessierte mich überhaupt nicht, weil mein ganzes Sinnen und Trachten nur darauf gerichtet war, endlich in das Licht einzugehen - ich wollte mich durch nichts mehr aufhalten lassen.

In dieser Phase war es schon wie ein Auflösen meiner selbst; ich war nicht mehr “Person sondern eher wie ein theoretisches Ergebnis meines Lebens, nur noch meine Taten und Erlebnisse machten mich aus. Ich war nicht mehr ein “Ich”, sondern nur noch so etwas wie eine Essenz, es gab mich nur noch als mein Denken und ich wusste ganz bestimmt: Das wird auch nicht mehr sein, wenn ich in dieses Wunder eingehen werde. Bei diesem Rückblick, bei dieser Wiedergabe meines Lebens war keinerlei Wertung oder Beurteilung oder gar Verurteilung zu spüren. Es wurde nur alles ausgebreitet und dargestellt und so angenommen, wie es gewesen war.

Ich ließ diesen “Lebensfilm” hinter mir und war dem Licht schon ganz nahe, war endlich, endlich fast angekommen - da gab es einen leichten Ruck und ich schwebte wieder rückwärts. Es gab keine Abweisung oder eine Erklärung oder gar eine Befehl - es ging einfach nur wieder zurück. Lebensbilder gab es keine mehr. Das Licht blieb zurück an seinem Platz, wartend, wie in unendlicher Güte, Geduld und das Ziel von allem überhaupt und ich blickte sehnsüchtig zurück, bis ich es nicht mehr sehen konnte. Ich war wieder Person.

Meine Enttäuschung und meine Traurigkeit kann ich fast nicht beschreiben, sie waren als Gefühl das genaue Gegenteil von diesem wilden Sehen in das Licht. Ich erwachte direkt und fand mich in meinem Bett. Ich war enttäuscht und traurig wie im Traum, ich konnte es nicht fassen - ich fühlte immer noch das, was das Licht ausstrahlte und wie es mich zog. Der Tag und die weitere Zeit danach waren mühsam, weil ich immer nur mit meine Gedanken bei dem Traum war, der mich mich so sehr berührt hatte.

Ich konnte damals zu niemandem darüber sprechen - aber ich habe immer darüber nachgedacht und gerätselt, was ich da wohl erlebt hatte. Dieser “Traum” war völlig anders als meine Träume sonst sind. Etwas anderthalb Jahre später bekam ich durch Zufall eine “Spiegel” in die Hände, auf dessen Titelblatt ein Bild war, das meinem Traum-Erleben glich. Frau Kübler-Ross berichtete in dieser Ausgabe über Nahtoderlebnisse und da war ich noch einmal sehr betroffen. Sie schrieb ja über das, was ich erlebt hatte!

Aber Menschen, von denen sie berichtete, waren dem Tode nahe gewesen durch Operationen oder durch Unfälle und ich hatte nur geträumt? Hatte ich möglicherweise an diesem Morgen ein Kreislaufproblem oder ein kurzes Herzversagen? Oder ist mir dieses Erlebnis doch im Traum geschenkt worden? Ich weil es nicht.

Für mich bedeutet das alles sehr viel und es ist mir immer gegenwärtig. Trotzdem oder gerade deshalb habe ich meinen Alltag selbstverständlich gemeistert, war wieder berufstätig, bin weit gereist, habe neues ausprobiert: z.B. habe ich in einem Laientheater mitgemacht und ein Kunstgewerbe-Lädchen eröffnet und viel Freude im Leben gehabt. Ich möchte damit sagen, daß es mich nicht sozusagen “Der Welt entrückt hat”, sondern mich eher intensiver leben lässt.

Ich habe zwar große Angst vor Unfällen, Schmerzen und schlimmen Krankheiten. Wenn mein Mann auf der Autobahn zu sehr aufdreht, habe ich auch Angst. Ich möchte auch gerne noch älter werden und mich über meine Enkel freuen. Aber wenn es einmal so weit ist - vor dem endgültigen Übergang habe ich keine Angst. Ich werde in dieses Unsagbare eingehen und das macht mich froh. Auch weil ich sicher bin, daß meine Lieben auch einmal dahin kommen wie vermutlich jeder Mensch.

Dieses Erlebnis nehme ich als ein Versprechen, das mir gegeben worden ist und auf das ich völlig vertraue. 


Transzendenzerfahrung

Es geschah in einer Winternacht vor rund vier Jahren: Mitten im Schlaf hörte ich ganz deutlich eine Stimme von oben, die mit den Worten zu mir sprach: "Jetzt ist es genug". Ich konnte im Dunkel des Zimmers eine engelhafte Gestalt sehen, die von einem intensiven blauen Schein umgeben war. Sie gab mir zu verstehen, dass ich ihr folgen sollte. In jenem Moment löste ich mich aus meinem Körper und glitt zur blauen Engelsgestalt empor. Zunächst befand ich mich an der Decke unseres Schlafzimmers. Trotz der Dunkelheit konnte ich die mir vertrauten Wandmalereien erkennen und sah unten im Bett meinen Körper, wie er einer leblosen Hülle gleich da lag. Anschliessend führte mich der Engel durch die Dunkelheit in eine andere Welt hinein, die von einem hellen und unglaublich sanften Licht erfüllt war. Wie nie zuvor empfand ich ein vollkommenes Glück, eine Leichtigkeit und innere Ruhe, deren Intensität sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Es war, als wäre die ganze Last des Erdenlebens von mir gewichen. Ich fühlte mich beschützt und getragen in dieser neuen Welt. Rund um mich herum zeigten sich mir viele andere Lichtgestalten, die im Gegensatz zum Engel nicht von einem blauen Schein, sondern von hellen farblosen Strahlen umgeben waren. Sie sendeten unendlich viel Liebe und Wärme aus. Mich selber erlebte ich ohne Körper, aber mit allen Fähigkeiten des Hörens, Sehens und Denkens. Erkennen konnte ich niemanden; zu diesem Zeitpunkt war denn auch noch kein mir nahe stehender Mensch verstorben. Durchdrungen von einem grenzenlosen Glücksgefühl, schwebte ich in Begleitung des Engels noch weiter in diesem Lichtmeer, als ich plötzlich Stimmen vernahm: „Es ist noch zu früh für dich, du musst nun gehen“. Die Stimmen wiederholten ihre Worte, denn ich wollte diesen Ort nicht verlassen. Nachdem ich verstanden hatte, dass ich später wieder zurückkehren könne, tauchte ich schliesslich wieder in die Dunkelheit ein und fiel in meinen Körper zurück. Eine tiefe Trauer erfüllte mich. Ich war enttäuscht, wieder in meinem Körper auf der früheren Welt zu sein. Dieses Gefühl war beim Aufstehen am Morgen immer noch präsent und begleitete mich mehrere Tage. Mit der Zeit wich dieses Gefühl einer grossen Dankbarkeit über das Geschehene. Es war, als erhielte ich für einen kurzen Moment Einblick in die andere Welt, die nach unserer irdischen Existenz auf uns Menschen wartet.

Dieses Erlebnis ist immer noch klar und deutlich in mir präsent. Ich erlebte es viel intensiver als einen Traum. Rätselhaft für mich ist, wie sich diese Erfahrung erklären lässt, war ich doch körperlich vollkommen gesund - und dennoch war mir in diesem Moment vollkommen bewusst, dass ich von der irdischen in eine andere Welt wechselte und Lichtgestalten zu sehen bekam, deren menschliches Leben auf der Erde zu Ende war. Mit esoterischem Gedankengut kann ich indessen nichts anfangen. Eine gewisse Erklärung kann ich höchstens darin finden, dass die Erfahrung in eine Zeit fiel, während der ich oft traurig und bedrückt war. Die Erscheinung war mir in diesem Moment eine Erlösung von dieser Traurigkeit.

Vor und nach dem Nahtoderlebnis hatte ich auch hellseherische Eingebungen bzw. Träume, in denen ich beispielsweise den Tod eines Bekannten voraussah. Ist es möglich, dass sich durch ein solches Erlebnis übersinnliche Fähigkeiten einstellen? Es liessen sich noch viele Fragen stellen, wie zum Beispiel jene nach dem Sinn und der Aufgabe, die mit dem Nahtoderlebnis verbunden sind.

Die Verfasserin ist 37 Jahre alt. Name und Anschrift sind bekannt. Sie möchte anonym bleiben und schreibt dazu an Prof. G. Ewald: “Über die Weihnachtstage habe ich Ihr Buch „Nahtoderfahrungen“ mit großem Interesse gelesen. Ihr Aufruf im Schlusswort an jene Leser, die Ähnliches erlebt haben, hat mich dazu ermutigt, Ihnen nachfolgend meine eigene Erfahrung niederzuschreiben. Bisher habe ich dieses Erlebnis kaum jemanden erzählt ...”


Die Engel hatten keine Zeit für Mara
Alois Serwaty

Vor wenigen Tagen erhielt ich den Anruf einer Mutter. Sie schilderte mir in beeindruckender und überzeugender Weise das Erlebnis ihrer dreijährigen Tochter, die bei einem Badeunfall fast ertrunken wäre. Das schnelle Eingreifen eines Badegastes und des Vaters retteten dem Kind das Leben ohne bleibende Schäden. Wenige Tage danach öffnete sich das Mädchen unerwartet seinen Eltern: „Mama, als ich im Himmel war, haben die Engel zu mir gesagt, Mara was machst Du denn hier, wir haben noch gar keine Zeit für dich, gehe wieder zurück, und da ist der liebe Gott gekommen und hat mich zu Euch gebracht, habt Ihr den nicht gesehen?“ Und die Mutter weiter: „Nein gesehen habe ich Ihn nicht, aber laut Mara hat er zu uns gesagt: ‚Hier habt Ihr eure Mara wieder.’“


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